Präsentismus beschreibt das Phänomen, dass Mitarbeitende trotz Krankheit oder starker Belastung zur Arbeit erscheinen, mit negativen Folgen für Gesundheit und Produktivität.
Präsentismus bezeichnet das Verhalten von Mitarbeitenden, trotz Krankheit, psychischer Belastung oder erheblich eingeschränkter Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz zu erscheinen. Im Gegensatz zum Absentismus, bei dem Beschäftigte der Arbeit fernbleiben, sind Betroffene zwar physisch anwesend, erbringen aber nur einen Bruchteil ihrer normalen Leistung.
Das Phänomen ist in vielen Unternehmen weit verbreitet und wird häufig unterschätzt, weil es auf den ersten Blick unsichtbar bleibt. Die dadurch verursachten Produktivitätsverluste können die Kosten krankheitsbedingter Fehlzeiten sogar übersteigen.
Präsentismus entsteht selten aus einer einzelnen Motivation heraus. Mehrere Faktoren wirken zusammen:
Präsentismus verursacht erhebliche Folgekosten, die in den meisten Unternehmen nicht systematisch erfasst werden:
Präsentismus und Absentismus sind zwei Seiten derselben Medaille. Während Absentismus durch Fehlzeitenstatistiken leicht messbar ist, entzieht sich Präsentismus der klassischen Personalsteuerung. Beide Phänomene haben gemeinsame Ursachen — etwa mangelnde Wertschätzung, hohe Arbeitsbelastung oder ein fehlendes betriebliches Gesundheitsmanagement. Wer strukturelle Treiber sichtbar machen will, findet in der Psychischen Gefährdungsbeurteilung den passenden Rahmen.
Organisationen, die ausschließlich Fehlzeiten reduzieren wollen, riskieren, Präsentismus ungewollt zu verstärken. Niedrige Krankenstände sind nicht automatisch ein Zeichen gesunder Belegschaften. Erst die gemeinsame Betrachtung beider Kennzahlen liefert ein realistisches Bild der Mitarbeitergesundheit.
Da Präsentismus im Arbeitsalltag kaum sichtbar ist, brauchen Unternehmen systematische Instrumente, um das Phänomen zu erfassen. Mitarbeiterbefragungen sind dafür besonders geeignet:
Entscheidend ist, dass Befragungen in einem geschützten Rahmen stattfinden und Anonymität gewährleistet ist. Nur dann geben Mitarbeitende ehrlich Auskunft über ihr Verhalten bei Krankheit.
Wirksame Prävention setzt an den strukturellen Ursachen an:
Unternehmen, die Präsentismus ernst nehmen, investieren nicht nur in die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, sondern auch in ihre langfristige Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
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